L ä n g s -  u n d   Q u e r g e d a c h t e s

für alle, die sich einen Reim auf unsere Zeit machen wollen 

  

         von Bodo Wenzlaff

              smkonfus1.wmf (1494 Byte)

              

Die Längsdenker

                            passen durch jede Tür.

Die Querdenker

                            bleiben immer draußen.

 

 

Zynismus

ist die Eitelkeit des Bewußtseins,

die Zerrissenheit der Welt

als ihr Ideal darzustellen.

 

 

"Keine Macht läßt sich behaupten,

wenn lauter Heuchler sie vertreten"

(Nietzsche)

Doch:

Keine Macht läßt sich errichten,

wenn sie nicht Heuchler züchtet,

die ihr dienen!

 

 

Der Zeitgeist

ist stets der Geist der Zeit

und nicht

die Zeit des Geistes.

 

 

Vorrecht kommt vor Recht

 

 

Für den Regenwurm

sind die verfaulten Blätter

das Beste,

was die Erde zu bieten hat.

 

 

Das höchste Ziel jeder guten Politik ist,

den Niedergang der Gesellschaft

zu beschleunigen.

 

 

Zweifel

ist die Hoffnung,

daß es Gründe gibt,

ihn zu überwinden.

Verzweiflung

ist die Gewißheit,

daß es solche Gründe

nicht gibt und geben kann.

 

 

Die Information

läuft immer hinterher

und kommt meist zu spät.

Die Idee

läuft immer voraus

und kommt meist zu früh.

 

 

Zwischen den unbequemen

Widerstrebenden Extremen

Ist die maßvolle Mitte

Das vielgesuchte Dritte.

 

 

Nur wer am Abgrund steht,

kann glaubhaft davon träumen,

daß ihm Flügel wachsen werden.

 

 

Der Politiker denkt politisch

der Jurist juristisch

die Telekom telekomisch

 

 

Der Weitsichtige

kann das Nächstliegende

nicht sehen.

 

 

Selbst wenn der Optimismus unbegründet,

Der Wunder hoffen läßt,

So prägt er dennoch den Gedanken,

Der alle Zukunft offen läßt.

 

 

Die Viellinge gestalten die Gattung,

die Individualisten sich selbst.

 

 

Freiheit und Notwendigkeit

Sind entgegengesetzt,

Doch Freiheit und die Wendigkeit,

Die Berge voller Not versetzt,

Sind mit einem Male

Die gleichen Ideale.

 

 

Weil es Dinge gibt,

Die wir nicht sehen,

Sehen wir oft Dinge,

Die es nicht gibt.

 

 

Moral und Gewissen

Sind schwer zu ertragen,

Doch wollt wer sie missen,

Er dürft es nicht sagen.

 

 

Mein Computer ist ein armer Wicht:

Alles muß er willig schlucken,

Protestieren darf er nicht,

Nicht streiken und nicht mucken.

 

 

Der Außenseiter verkehrt

den Ernst der verkehrten Welt

in den Ernst ihrer leidenschaftlichen Ablehnung.

 

 

Man kann fortlaufen

Und fortschreiten.

Beides hat Besonderheiten.

Das Laufen ist chaotisch, individuell,

Das Schreiten rituell.

Im Schreiten spüren wir

Die edelmütigen Motive

Der großen Perspektive.

Im Schreiten gehn wir Seit an Seit

In die Unendlichkeit.

Drum heißt's nicht Fortlauf,

Sondern Fortschritt,

Im gleichen Schritt und Tritt.

 

 

Man sagt,

unser Denken sei zu beschränkt,

um die Welt begreifen zu können.

Man meint,

das sei ein gutes Argument

gegen unsere Vernunft.

Man hofft,

daß wir nun wehrlos sind,

wenn uns die Erleuchteten heimsuchen.

 

 

Nur was sich durch Vernunft

nicht kontrollieren läßt,

Das steht für alle Zeiten

unerschütterlich und fest.

 

 

"Du mußt dran glauben!"

Drei Bedeutungen zerfließen zu einem Sinn:

Zum ersten meint es tiefe Frömmigkeit;

Zum zweiten Zweifel, den man nicht beweisen kann;

Zum dritten gehst du selber drauf,

und niemand kann dir helfen.

 

 

Individualität will anerkannt sein

und verliert sie gerade dadurch.

Individualität ist nicht nur

innerer Reichtum und Beglückung,

sondern vor allem auch

Verzweiflung, Ohnmacht und Hoffnungslosigkeit.

 

 

Schreiend bunt und schrill,

Die Nackenhaare sträuben sich,

Kann lesen, was ich will,

Die Sensationen, die betäuben mich.

Schreiend schrill und bunt,

Die Augen tasten durch den Schutt;

Die ganze Welt ist rund,

Doch durch und durch kaputt.

Journalisten sind erschrocken,

Wenn einmal nichts passiert.

Dann werden dreist die alten Brocken

Zum zweitenmal serviert.

 

 

Wer an Vorurteilen zweifelt,

die der Gemeinschaft, der er angehört,

Halt und Richtung geben,

und den Zweifel zur Verzweiflung steigert,

der wird daran zerbrechen,

zuerst die Welt - und dann sich selbst.

 

 

S i n n , das ist immer auch Vertrauen,

Daß die Wege, die wir in uns spüren,

Auf die wir voller Hoffnung schauen,

Nicht a l l e in die Irre führen.

 

 

Den andern kann ich sehen und anfassen,

er ist außer mir da.

Seine Gedanken kann ich nur selber denken,

sie sind nur in mir da.

 

 

Wie kann Gott

aus nichtswürdigen Menschen

des ewigen Lebens würdige Seelen machen?

Da kann man nur beten und an Wunder glauben!

 

 

Worte, die sich fügen,

die zusammenklingen,

Helfen wechselseitig sich,

Sinn hervorzubringen.

 

 

Die Wege des Lebens sind

nicht nur krumm und gebogen,

Sondern auch von vielen

Kreuzungen durchzogen.

Wir konnten nicht wählen,

Nebel versperrte die Sicht;

Sind einfach losgegangen,

angekommen sind wir nicht.

 

 

Großzügig

sollte man bei allem sein,

was zu nichts verpflichtet.

 

 

Jeder Irrweg

ist immer auch ein irrer Weg,

abseits vom Bekannten

neue Wege bahnend

 

 

Einsamkeit

ist das Leben mit sich selbst

und die Forderung,

einen vollen Klang zu geben:

den Einklang mit sich selbst.

 

 

Wenn heiße Tränen nur nach innen rinnen,

Wird sie niemand trocknen können.

 

 

Setz dich ruhig in die Nesseln,

Wer weiß, wie lange es die noch gibt!

 

 

Den Geistlosen erscheint auch das Geistvolle geistlos

 

 

Wer im geistigen Flachland siedelt,

muß bei jedem Regen fürchten,

daß die Fundamente unterspült werden.

 

 

Wer die Welt sieht, wie sie nicht ist,

der sieht sie zwar nicht richtig,

aber vielleicht menschlicher.

 

 

Gieße ein Glas kristallklares Wasser in einen Tümpel

Und glaube mit der ganzen Kraft deiner Seele,

Daß du etwas Gutes getan hast.

Gieße einen klaren und wahren Gedanken

in ein Meer voller Irrtümer

Und glaube mit der ganzen Kraft deiner Seele,

Daß sich das Meer wandeln wird.

 

 

Wer mit den Wölfen heulen will,

der muß erst ihre Sprache lernen!

 

 

Weltanschauungen

sind nicht nur einleuchtend,

sie müssen auch eingeleuchtet werden.

 

 

Das Ritual

schafft den Gleichklang der Seelen,

Die Diskussion

ihren Mißklang.

 

 

Zwei Berge

über den Wolken

fühlen sich einsam;

das Tal

unter den Wolken

ist ihnen gemeinsam.

 

 

Mystik ist keine Frage der Vernunft,

sondern der demokratischen Mehrheit.

 

 

Wer sich e i n - sichtig zeigt,

hat die e i n e Sicht,

die ihm nahegelegt wird,

endlich angenommen.

 

 

Der Naive

hat noch keine Vorstellung,

wie verkehrt die Welt ist.

Der Erfahrene

hat keine Vorstellung mehr,

wie die Welt sein könnte,

wenn sie nicht so verkehrt wäre.

 

 

Der Journalist bringt die Welt auf den Punkt,

Der Philosoph auf den Begriff,

Der Politiker auf den Hund.

 

 

Den kleinen Mann

Man gar nicht finden kann,

Er existiert nun mal

Nur wie die große Zahl,

Die das, was sie benennt,

Im Einzelnen nicht kennt.

 

 

Wir wissen leider nicht

Was Begriffe sind,

Weil wir wieder mit Begriffen

Sie doch erst erklären müssen.

Wir streiten dennoch täglich,

Voller Eifer taub und blind,

Um die Wahrheit mit Begriffen,

Die wir nicht zu fassen wissen.

 

 

Geistreich ist ein Schriftsteller,

wenn er zwischen seinen Worten Lücken läßt,

in die der Geist des Lesers schlüpfen kann.

 

 

Denken, das von Wahrheiten ausgeht

und wieder zu Wahrheiten führt,

ist beschränktes Denken,

weil es seine Ausgangspunkte

nie in Zweifel zieht.

 

 

Auch dem Übervernünftigen

müssen wir das Aussehen

des Vernünftigen geben,

wenn wir darüber sprechen wollen.

 

 

Ein Gespräch ist jäh zu Ende,

wenn du alle Worte, die der andere verwendet,

dir erklären läßt.

 

 

Die Welt - ist nicht der Begriff,

Der Begriff - nicht die Welt,

und doch wollen wir die Welt begreifen.

 

 

Je länger eine Meinung herrscht,

je richtiger sie zu sein scheint

und je leichter sie eingeleuchtet wird,

um so geringer sind die Chancen

für die Freiheit und die Vernunft.

 

 

Wenn der Zeitgeist

mit seiner Ohnmacht und Sinnlosigkeit kokettiert,

sich in das Geistvolle an sich auflöst,

in das bloße Spiel mit dem Geist,

dann ist der Zynismus die gültige Form,

die Ohnmacht in Wut verwandelt

und die Sinnlosigkeit

als verlorenen Sinn begreift.

 

 

Die meisten urteilen nicht mit ihren Begriffen,

sondern mit ihrem Gefühl,

und sind auch noch stolz darauf.

 

 

Wo die Sinnlichkeit das Begreifen ersetzt,

die Anschauung das Denken lenkt,

da rückt das Übersinnliche in greifbare Nähe.

 

 

Wenn das Übersinnliche

auf das Sinnliche wirkt,

sind Ergriffenheit und Staunen

zu Formen der Erkenntnis geworden.

 

 

Wer Vernunft hat,

der hat auch eine Meinung.

Wer eine Meinung hat,

der hat nicht unbedingt Vernunft,

weil die Richtigkeit einer Meinung

der Vernunft nicht bedarf.

 

 

Das Weib - ist den Männern ein Fragezeichen,

Die Feministin - bringt es auf den Punkt,

Werden soll's - ein Ausrufungszeichen,

Sich selbst setzt es - in Anführungsstriche,

Gleich nach dem ehelichen Doppelpunkt.

 

 

Sie beten für den Frieden

zu ihrem Gott, zu allen Göttern,

Doch es gibt keinen Frieden

unter den Göttern.

 

 

Der freie Bürger:

Keiner macht sich Gedanken

Und jeder sagt, was er denkt!

 

 

Demokratie:

Die etwas wissen, sagen nichts;

Die etwas sagen, wissen nichts.

 

 

Talk-show:

Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben,

Man muß fähig sein, das auch auszudrücken!

 

 

Wer täglich lügt,

und immer auf die gleiche Weise,

der sagt die Wahrheit,

aber eben doch auf seine Weise

 

 

Arbeit ist zu einem Lotterielos geworden.

Jeder kann gewinnen.

Die Arbeitslose gibt es in jedem Betrieb

umsonst.

 

 

Katastrophen sind nicht schlimm,

höchstens interessant.

Täglich entdeckt man neue,

meist noch schlimmere.

Es ist erregend,

sich Katastrophen auszumalen.

Der Markt der Medien

hat uns dabei sehr geholfen.

Juristisch ist noch ungeklärt,

ob die Findung neuer Katastrophen

nicht das Schutzrecht braucht,

modernes Copy-Right für 50 Jahre.

 

 

Wie man mit Hilfe schmutziger Geschirrtücher

zu sauberen Gläsern kommt,

ist zwar verwunderlich, aber nicht unmöglich.

Wie man aber im Umgang mit schmutzigen Menschen

selbst sauber bleiben will,

wird für alle Zeiten ein Geheimnis bleiben.

 

 

Darin unterscheidet sich der Mensch vom Tier:

Er ist frei

und hat darum viele Möglichkeiten,

sein Leben zu vertun.

 

 

Man sagt, die Menschen haben Geist,

wie sie ja auch ein Auto haben,

das sie nun lenken können,

wohin sie immer wollen.

Die Menschen haben einen zahmen Geist,

weil sie selbst gezähmte Wesen sind,

den Rücken stets gebeugt

das Auge himmelwärts gerichtet

Die Menschen wissen nichts vom Geist,

weil er durch sie zum Ungeist wurde,

der den Geist zum Knechte machte,

der nun der Dummheit dienen muß.

 

 

Wer Niveaulosigkeit noch senken will,

muß nicht unbedingt gegen den opponieren,

der Niveaulosigkeit erhöhen möchte.

 

 

Die Menschheit wäre verloren,

würde sie je erfahren,

wie ich über sie denke!

 

 

Glaube alles, was dir glaubwürdig erscheint.

Glaube,

daß auch das sich Widersprechende Sinn hat,

auch wenn er dir verborgen bleibt.

 

 

Wir sind frei wie die Zicke am Strick:

Vor uns ein Horizont von saftigem Gras,

So weit der Strick uns grasen läßt!

 

 

In der Politik sind Lügen Waffen nur,

nicht mal die wirkungsvollsten.

Das Volk der Demokraten hat ein Begehren nur,

ein starkes Volksbegehren

nach Intimitäten, ganz unverhüllt.

Da weiß man dann genießerisch,

daß deren Weiber der Skandale

zwar jünger, reicher, schöner sind,

am Ende aber alles doch dasselbe ist.

Wir sind versöhnt dann mit den Großen

weil sie so ohne jegliche Moral

entblößt nun vor uns stehen.

Wir sind empört, verwirrt und angezogen.

 

 

Manche Kernkraftwerke sind sicher,

andere noch sicherer.

Sie abzuschalten, ist am sichersten.

 

 

Wer ganz mit Bitternis gefüllt,

sich Tag für Tag nur ärgern kann,

hat seinen Lebenssinn gefunden,

der mehr und mehr ihn prägt.

 

 

Frage nie, WER du bist,

Dringe nicht in die Tiefen deines ICH;

Du würdest enttäuscht sein,

Weil du nur Unrat findest.

 

 

Im Leben

führen die krummen Wege

meist schneller zum Ziel

als die geraden.

 

 

Jeder kann nur hören, was er versteht;

und manchmal kann es geschehen,

daß das anders ist als das, was gesagt wurde.

Jeder kann nur verstehen, was gesagt wurde;

und manchmal kann es geschehen,

daß man besser versteht, als da gesagt wurde.

 

 

Menschen sind wie Tiere,

aber Tiere nie wie Menschen.

 

 

Intelligenz ist bunt wie ein Papagei:

Als wissenschaftliche Intelligenz

begründet sie die dümmsten Weltbilder.

Als emotionale Intelligenz

beschönigt sie unsere Wutausbrüche.

Als esoterisch-religiöse Intelligenz

macht sie uns zu Lichtgestalten.

 

 

Die Geschichte ist wie das Leben:

Das Vergangene - ruhig und abgeklärt;

Das Heutige - wie ein reißender Strom;

Die Zukunft - dunkel und unergründlich.

 

 

Seinen letzten großen Schicksalschlag

hat er nicht mehr erlebt,

da war er schon tot.

 

 

Das Vergangene ist vergangen,

Das Zukünftige nur in der Vorstellung,

Und das Gegenwärtige?

Eine Mischung von beidem:

Beerdigte Illusionen und ihre Wiedergeburt!

 

 

Die Geistvollen

müssen erst den fremden Geist loswerden.

Was sich mit Geist füllen will, muß sich erst entleeren

von den fremden Geistern.

Alle guten Geister müssen ihn verlassen haben!

Wer randvoll ist mit Geistern, die das All bevölkern,

der braucht keinen eigenen Geist.

 

 

„Zeit ist Geld!"

Aber Geld kann man horten und vermehren,

Zeit dagegen ist der Reichtum unseres Lebens.

Man kann sich Zeit nur nehmen,

wenn man sie gibt!

 

 

Wer Lust hat auf Lust

ist nicht immer ein lustiger Mensch

 

 

Auf dem Abrißkalender des Lebens

das letzte Blatt,

das ist der Tod.

Jeden Tag reißen wir ein Blatt ab.

Wie viele sind es noch?

Niemand kann es wissen!

 

 

Zwei Frauen sind besser als gar keine,

sagt sich der kluge Mann.

Bei zwei Frauen ist eine zuviel,

sagt sich die kluge Frau.

Wer hat nun recht,

der Mann, oder die Frau?

Das weiß nur Gott allein!

Der Mann hat viele Rippen,

um Evas draus zu machen.

Warum hat Gott die eine nur genutzt?

 

 

Ich bin einmalig!!!

Und was soll die Menschheit damit anfangen?

 

 

Kein Unsinn ohne Sinn,

und kein Sinn ohne Unsinn.

 

 

Tausend Küsse - wenn man sie verschickt -

sind viel weniger, als ein einziger,

wenn man ihn gibt.

 

 

„Du verstehst mich nicht!"

Wenn deine Klage keine Anklage mehr ist,

Wenn du verstehen lernst,

warum es unmöglich ist, dich zu verstehen,

Dann hast du einen Weg zu dir gefunden,

der dich öffnet - für andere Menschen.

 

 

Das Geheimnis einer guten Ehe?

Beide haben gelernt,

sich mit den Augen des anderen zu sehen

Und sich doch wiederzuerkennen.

 

 

Wer sich ergeben will,

dem Schicksal oder anderen Mächten,

Der sollte erst im Kampf erproben,

ob es keine andere Lösung gibt.

 

 

Der Kluge weiß,

daß es mehr Fragen gibt als Antworten.

Der Dumme ist überzeugt,

daß er gar nicht soviel fragen kann,

wie es bereits Antworten gibt.

 

 

Die Sonne macht keinen Unterschied:

Sie bescheint die Guten und die Bösen.

Die Bank, die macht´s der Sonne nach:

Sie nimmt das weiße Geld der Guten

und das schwarze Geld der Bösen.

 

 

Schwarzgeld ist ein Schmutzfink,

Solange er sich nicht gewaschen hat.

Nach dem Bade ist er ein Königssohn,

Und alle buhlen um seine Gunst.

 

 

Wer die Wahrheit sucht aber nicht findet,

Der findet vielleicht den Weg,

auf dem sie zu finden wäre.

Wer die Wahrheit besitzt, ohne zu suchen,

Der kennt keinen der Wege,

die zu ihr führen könnten.

 

 

Was heißt es schon,

Meilenweit von der Wahrheit entfernt zu sein?

Was ist denn eine Meile im Universum?

 

 

Die Banken haben eine Vision:

Wer sein Geld für sich arbeiten läßt,

muß nicht selber arbeiten!

Noch ist die Mehrheit der Deutschen zu dumm,

das wirklich zu begreifen und diese Chance zu nutzen.

Aber die Zeit wird kommen,

da arbeitet nur noch das Geld!

Das ist das wiedererlangte Paradies auf Erden,

von dem der Mensch seit seiner Vertreibung geträumt hat!

 

 

Gibt es heute noch Wunder?

Ja! Für das größte heutige Wunder halte ich,

Daß die Menschen daran glauben können.

 

 

Illusionen verzaubern die Welt,

aber ohne sie wäre sie nicht zu ertragen.

 

 

In der modernen Gesellschaft

reduziert sich gute Politik

auf die mitreißende Darstellung

von Wunschvorstellungen.

In der modernen Politik

reduziert sich gute Gesellschaft

auf die gute Gesellschaft,

in die man aufsteigen kann.

 

 

Politik und Religion haben gemeinsam,

daß sie das gelobte Land

in der Vorstellung der Menschen lebendig halten.

 

 

Politik ist massernwirksam,

wenn sie das Charisma einer Religion besitzt.

Sie wird nie an Ergebnissen,

sondern nur an Idealen gemessen.

Politik kann zwar die Welt,

aber nicht die Ideale zerstören, für die sie steht.

Sie scheitert nur an den Widersachern,

die andere Ideale haben,

die auch nicht zu verwirklichen sind.

 

 

Politiker wollen eine „geistige Wende".

Preisfrage: Wie kann sich ein Geist wenden,

der gar nicht vorhanden ist?

 

 

Ideen sind unsichtbar

wie der Sommerwind,

der den Duft der Blume weiterträgt.

 

 

Wer sagt, was er meint,

ist ein ehrlicher Mensch.

Wer meint, was er sagt,

ist ein naiver Mensch,

weil er glaubt,

daß man seine Meinung

auch sagen könne.

 

 

Die meisten sehnen sich nach Liebe -

Ihr gutes Recht, sagen die Psychologen.

Die meisten verschenken aber keine Liebe

und fühlen sich auch dann im Recht.

 

 

Du willst den Menschen Gutes tun?

Dann störe ihre Kreise nicht -

und schleich dich still von dannen.

 

 

Wohlwollen

verpflichtet keineswegs

zu Wohltaten.

 

 

Wer nichts Böses tut

und dennoch glaubt zu sündigen,

ist schlechter dran

als der, der sündigt

und an gar nichts glaubt.

 

 

Manchmal reimt sich auch das Ungereimte:

Politik ist wichtig, Politik ist richtig.

 

 

Auch für Maffia-Bosse gilt das Ideal:

Vom Tellerwäscher zum Millionär!

 

 

Nachruf:

Er hatte ein mit Widrigkeiten gefülltes Leben,

erfüllt hat er es erst mit Hoffnungen,

dann mit sehr viel Alkohol.

 

 

Niemand kann die Wunden heilen,

wenn die Seele blutet.

 

 

Der Mensch ist ein Zwitter,

geselliges Herdentier

und auch Raubkatze,

die von den Herdentieren lebt

 

 

Er war sehr zielstrebig.

Seine Erfolge forderten Opfer

von den anderen

 

 

Wer sich für auserwählt hält,

sollte bescheidenerweise sagen,

von wem er auserwählt wurde

 

 

Der Sinn unseres Lebens haftet uns an.

Er ist unser Schicksal, unser Los.

Niemand wird diese Sinnhaftigkeit los.

Jeder haftet dafür mit seinem Leben.

Wenn aber der Sinn nicht mehr haftet,

Unser Los zur Losigkeit geworden ist

Und das Sinnvolle restlos entleert hat,

Dann tilgt die Sinnlosigkeit den Sinn.

 

 

Sei listig wie die Schlange,

Und gefährlich wie der Löwe

Oder brav wie ein Schaf.

 

 

Er hatte ein Buch geschrieben,

alles, was er zu sagen wußte.

Es gab einen Menschen,

der darin auch las,

doch das war er selber.

 

 

Sagte das Blatt am Baum:

Komm du sanfter Wind

trage mich auf die Erde,

von der ich immer nur träumen durfte.

Sagte der Wind zum Blatt:

Ich bin doch dein Tod,

und die Erde wird dich tilgen,

bezahlst den Traum mit deinem Leben.

 

 

Schafe sind wie Menschen:

es gibt wenige eigenwillige,

und die vielen fremdwilligen

sind entweder einfache Mitläufer,

die immer in die Richtung drängen

wie die vor und neben ihnen Laufenden,

oder gläubige Mitläufer,

die den Leithammel anbeten,

den sie zwar nicht sehen können,

von dem sie aber zu wissen meinen,

daß er erleuchtet ist, den Weg zu finden,

der zu den fettesten Wiesen führt.

 

 

Auch Menschen werden

nach Ablauf ihres Verfallsdatums

ungenießbar

 

 

Gott hat manchen eine Seele gegeben,

um sich das Vergnügen zu machen,

sie in der Hölle schmoren zu sehen.

 

 

Das war sein Leben: mühevolles Vegetieren

Und das sein Tod: mühseliges Krepieren

 

 

Als wir uns heirateten fragte niemand:

Wer ist der Jäger? Wer der Gejagte?

Als wir uns scheiden ließen, fragte jeder:

Wer ist der Kläger? Wer der Beklagte?

 

 

Wir leben in einer Spekulations-Demokratie:

Man spekuliert mit Währungen und Aktien,

man spekuliert mit den Stimmen der Wähler,

man spekuliert um Einschaltquoten,

man spekuliert um sichere Arbeitsplätze,

man spekuliert um seine Sicherheit,

man spekuliert um Steuerersparnisse

und man spekuliert um Lottogewinne.

 

 

Früher glaubte man,

Politik käme von polis, die Stadt.

Heute weiß man,

Politik kommt von Polo,

dem Spiel der Reichen und Schönen

 

 

Zwei Berge über den Wolken beklagen die Ferne,

denn gemeinsam sind ihnen nur die Sterne

und die Wolken, denen sie sich anvertrauen

und in denen sie ihre Schlösser bauen.

Zwei Berge unter den Wolken ihr Tal sie finden,

denn allein die Täler können irdisch binden,

was als Luftschloß über ihnen schwebt

und als Liebe zwischen beiden Welten lebt.

 

 

Gott hat die Welt mit einer so großen Nadel zusammengenäht,

daß nicht nur Kamele, sondern sogar Elefanten

durch ein Nadelöhr passen.

 

 

Im Niveau der Waffen

Offenbart die Menschheit

ihre Entwicklungsstufe

der Vernunft und der Kultur.

 

 

Nur die Wenigsten haben das Wenige,

das den Menschen vom Tier unterscheidet.

 

 

Die meisten Armen haben zu wenig,

um aus sich einen Menschen zu machen.

Die meisten Reichen haben zu viel,

um einen menschlichen Gebrauch

davon machen zu können.

 

 

Ein gemeiner Mensch

ist das einzelne Exemplar

eines Menschen im Allgemeinen.

 

 

Viele Türen hat ein Haus,

aber nur eine, die uns hineinläßt.

Unsere Seele ist ein großes Haus,

dessen Eingangstür

den meisten verschlossen bleibt.

 

 

Laßt Taten sprechen,

weil sie sichtbare Veränderungen bewirken.

Laßt Worte zu Taten werden,

die die Menschen zu ändern vermögen.

Warum?

Immer suchen wir nach Gründen.

Aber wer sagt uns,

daß es die wahren Gründe sind,

die wir gefunden haben?

 

 

Wem das Herz schnell voll ist,

der hat vielleicht ein zu kleines Herz?

 

 

Wir sind stolz darauf,

wenn der Leib rank und schlank ist.

Wünschen wir uns auch,

daß unser Geist rank und schlank sei?

 

 

Gefühlvoll sei dein Umgang

Und geistvoll deine Rede.

Wenn aber das Gefühlvolle geistlos

Und das Geistvolle gefühllos wird,

dann meide solchen Umgang.

 

 

Wer schweigend duldet

Und duldend schweigt,

der hat die Hoffnung verloren,

daß sein Leid ein Ende findet.

 

 

Der Mensch ist wundergläubig,

weil er ohne Hoffnungen

nicht leben könnte.

 

 

Augen haben nicht nur eine Farbe,

sie blicken auch warm oder kalt.

Sie strahlen unsere Gefühle

In die Welt hinaus.

Und jeder kann sie sehen,

der uns in die Augen schaut.

 

 

Zerstörte Hoffnungen werden zur Asche,

aus der neue Hoffnungen keimen können.

 

 

Wenn Minuten wie Stunden sind,

wenn die Zeit stehen geblieben ist,

dann wird der Augenblick zur Ewigkeit.

 

 

Für die meisten ist das Denken

nur eine Art Taschenlampe,

die man selten gebraucht,

weil die Welt meist hell und klar ist.

 

 

Jeder Mensch hat einen Schatten,

auch wenn er im Lichte steht.

 

 

Viele betrachten ihr Gewissen

genauso wie ihren Blinddarm

als nutzlos und überflüssig.

 

 

Aussagen über die Natur oder die Gesellschaft

Sind niemals wahr oder falsch,

Sondern glaubwürdig oder unglaubwürdig,

Gemessen an der Zahl der Gläubigen.

 

 

Viele glauben, weil sie glauben,

Daß man irgendeinen Glauben haben müsse.

 

 

Wenn man den Menschen

Biologisch als eine Art betrachtet,

Dann ist man geneigt zu glauben,

Daß es sich hier um eine Unart handelt.

 

 

Eine Orgel hat viele Pfeifen,

Doch wenn man auf ihnen nicht zu spielen weiß,

Ergibt ihr Zusammenklang nur Mißtöne.

 

 

Ich schenke nur,

was zu nichts zu gebrauchen ist;

denn was zu etwas zu gebrauchen ist,

kann sich jeder selber kaufen.

 

 

Die Ehe

Sie folgt mir,

und ich folge ihr.

Wohin das führt,

wissen wir beide nicht.

 

 

Was alle zu wissen glauben,

muß aus genau diesem Grund falsch sein.

Andernfalls würde ich

meinen Glauben an die Menschheit verlieren.

 

 

Wer mit Absicht lügt,

der ist ein schlechter Politiker.

Man sieht´s ihm an der Nase an.

Wer aber lügt,

weil er´s nicht besser weiß,

der ist ein guter Politiker.

Man sieht´s an seinem treuen Blick.

 

 

„Leitkultur" ist doppelt gemoppelt,

denn Kultur, die die Menschen nicht leitet,

sondern lediglich unterhalten will,

ist nur eine Kunstform der Kulturlosigkeit

 

 

Eine Kultur, die nicht dem Gelderwerb dient,

bringt dem Kulturbringer keinen Nutzen

und verursacht dem Kulturnutzer keine Kosten.

Was nichts kostet ist aber wertlos.

 

 

Deutschland hat in Europa zehn Stimmen.

Armes Deutschland,

das Millionen Stimmen zum Schweigen bringen muß,

damit Deutschland in Europa gehört werden kann!

 

 

Wenn der Dollar stark wird,

muß der Euro schwach werden.

Warum können nicht beide stark sein?

Beide dienen doch globalisiert

dem Erblühen des gleichen Kapitalismus!

 

 

Wenn ein Politiker sagt,

ihm sei ein Licht aufgegangen,

kann man davon ausgehen,

daß normalerweise

in seinem Kopf Dunkelheit herrscht.

 

 

Manche gehen nur deshalb zur Wahl,

um anschaulich vor Augen zu haben,

was ihnen an unserem Staat mißfällt!

 

 

In Deutschland gibt es viele Gastarbeiter,

Ausländer und auch Deutsche.

Was ist der Unterschied zwischen ihnen?

Ausländer zahlen ihre Steuern in Deutschland,

Deutsche im Ausland.

 

 

Die Wirtschaft braucht einen Standort,

ihr Glaube daran ist ihr Standpunkt.

Wenn Ort und Punkt übereinstimmen,

haben sie das Problem gelöst:

Der Standpunkt der Wirtschaft

ist ihr Standort in Billiglohnländern.

 

 

Wer ist schuld,

wenn ich meinen Arbeitsplatz verliere?

Ja, hat er mir denn je gehört?

Ist er nicht das Eigentum des Eigentümers?

 

 

Ein Staat, der keine Steuern will,

der ist des Steuerns überdrüssig,

mag es doch gehen, wie es will.

Es kann ja doch nur besser werden,

beweist die FDP uns schlüssig.

Privatisierte Staatsgeschäfte

können jetzt sogar Profite bringen,

Wenn Profis sie betreiben.

Dann endlich sind wir alle Steuern los

und leben ganz privat privatisiert im fremden Staat.

Es ist ja nicht mehr unser Staat,

denn nichts an ihm gehört uns noch.

Selbst die Politiker sind Angestellte,

vom Arbeitsmarkt Herbeigeholte

Mit Zeitverträgen für vier Jahre

vom Aufsichtsrat der Staats-GmbH

Die Wahlen bestimmen nur Politiker des Jahres,

Wie wir ja auch die Sportler des Jahres wählen.

Es ist eine Art Rhetorik-Sport, die nun gesponsert wird

im Wettbewerb der flotten Sprüche.

Politik wird so zum Zweig der Unterhaltungskunst.

Auch im Betrieb sind wir nur Angestellte,

und doch ist alles gut geregelt.

Warum sollten Politiker nicht auch

zu Angestellten werden?

Wenn sie einmal gefeuert werden,

dann suchen sie sich einen neuen Staat!

 

 

Ein Moslem und ein Christ

Streiten sieben Tage und sieben Nächte um die wahre Religion.

Dann sagt der Moslem zum Christ:

Du hast mich überzeugt, Ich werde Christ!

Und der Christ sagt zum Moslem:

Du mich auch, Ich werde Moslem!

 

 

Sagt das Vorderrad zum Hinterrad:

Wir müssen uns drehn und drehn,

bloß damit unser Herr die schöne Welt begaffen kann.

Antwortet das Hinterrad dem Vorderrad:

Sieh es doch mal so:

Unser Herr will gar nichts anderes,

als uns die Welt zu zeigen.

Und darum müssen wir uns drehn und drehn und drehn...

 

 

Früher galt sie als eine Form religiösen Wahns,

heute mehr eine psychische Anomalie:

Die Halluzination, das Sehen von Dingen,

die es gar nicht gibt.

Viele Politiker leide darunter:

Sie sehen ein Licht im Ost-Tunnel,

und beim Blick auf die Arbeitslosen

im nebelgefüllten Abgrund eine Talsole.

 

 

Versprechen:

Zwei Bedeutungen verschmelzen zu einem Sinn:

Zum ersten meint es ein Gelöbnis,

Zum zweiten, daß es ein Irrtum war.

Du hast etwas versprochen -

und hast dich dabei versprochen.

Und was hast du wirklich gemeint?

Wenn versprochen nur versprochen ist,

dann spar´ dir dein Versprechen!

 

 

Geistige Freiheit ist nur

in einer offenen Gesellschaft konstruktiv.

In einer etablierten Gesellschaft

kann sie nur gewährt werden,

wenn dank der Massenmedien,

die dem Erblühen dieser Gesellschaft dienen,

das Für und Wider von Ideen

auf dem Null-Niveau gehalten wird.

Auch die geistreichsten Streitgespräche

werden auf diese Weise immer zu Nullrunden.

Die Dynamik einer etablierten Gesellschaft -

sichtbar am aufblühenden Zeitgeist -

ist die Absenkung des Null-Niveaus.

 

 

Manchmal genügt die Aufkündigung eines Werbevertrages,

um einer Zeitung die Richtung zu weisen,

in der ihre Journalisten nach der Wahrheit suchen sollten.

 

 

Ein guter Arbeitgeber

muß den Arbeitnehmer zu nehmen wissen;

und ein guter Arbeitnehmer

muß dem Arbeitgeber zu geben wissen,

denn beiden ist die Arbeit Sinn des Lebens.

 

 

 Generationen sind verbunden

durch ihre Gen-Rationen

 

 

 So wie die Nazis

nach dem Zweiten Weltkrieg

keine Nazis waren,

So waren auch die Kommunisten

nach der Wiedervereinigung

keine Kommunisten