Voigtländer

VITESSA

 
VITESSA

Die VITESSA ist eine Messsucherkamera mit einem einzigartigen Transportmechanismus.

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Detailansicht:

Kappe mit Entfernungs- und Tiefenschärfe-Skala

 

Kurze Zeit nach der VITO III brachte Voigtländer eine weitere Klapp-Kamera heraus: Die VITESSA, ebenfalls mit dem ULTRON 2/50 ausgestattet, überraschte mit technischen Neuerungen und innovativem Design.

Technik

Auffallendstes Merkmal der VITESSA ist die Combitaste, die bei einsatzbereiter Kamera aus der Kappe etwa 37 mm herausragt. Dieser »Stift«, mit dem linken Zeigefinder zu betätigen, bewirkt den Filmtransport und spannt gleichzeitig den Verschluss. Letzteres geschieht mittels eines biegsamen Stahlbandes, das in den Aufzugshebel am Compur-Verschluss eingreift. Beim Druck auf die Combitaste wird zudem die Filmandruckplatte angehoben, um den Film zu schonen (später wurde diese interessante Konstruktion zugunsten einer verbesserten Filmführung wieder aufgegeben). Dabei läuft der Film im Gegensatz zu den meisten Kameras von rechts nach links. Die Rückspulkurbel befindet sich an der Unterseite des Gehäuses. Das Filmzählwerk und die Merkscheibe lassen sich leider nur bei abgenommener Rückwand einstellen.

Bei zusammengeklappter Kamera lässt sich die Combitaste fast vollständig im Gehäuse versenken. Erst durch einen Druck auf den Auslöser springt sie wieder heraus und die Doppeltüren öffnen sich.

Wie die VITO III besitzt die VITESSA einen gekuppelten Entfernungsmesser mit einer Messbasis von etwa 39 mm. Die Einstellung erfolgt mit dem rechten Daumen über ein Rändelrad (Detailansicht) an der Rückseite der Kappe. Die Oberseite des Rades dient als Entfernungs- und Schärfentiefe-Anzeige. Die (Gesamt-)Verstellung des Objektivs erinnert an die PROMINENT. Der gesamte Klappmechnismus mit zwei Türen, Balgen, Verschluss und Objektiv wird gegen die Filmebene verschoben. Die Konstruktion ist damit wesentlich stabiler und präziser als bei der VITO III. Auch nach fast 50 Jahren ist kein Spiel in der Mechanik spürbar. Mit der Entfernungseinstellung ist auch ein Parallaxen-Ausgleich des Suchers verbunden.

Die Konstruktion der VITESSA wirkt noch heute mutig und futuristisch. Dabei folgt sie konsequent ergonomischen Gesichtspunkten. Mit dieser Kamera kann man Serien aufnehmen, ohne das Auge vom Sucher zu nehmen. Der linke Zeigefinger betätigt die Combitaste (Filmtransport und Verschluss spannen), der rechte Daumen stellt die Entfernung ein (über den Messsucher zu kontrollieren) der rechte Zeigefinger betätigt den Auslöser.

Design

Auch im Design setzt die VITESSA Maßstäbe. Das Technische tritt hinter einer glatten und sachlichen Form zurück. Das geschlossene Gehäuse zeigt nur noch zwei »Knöpfe« auf der Oberseite. Das Einstellrad für die Entfernung ist weitgehend in die Kappe hineinverlegt. Rückspulkurbel und Rückwandverriegelung sind in den Boden eingelassen. Auch hier steht nichts über. Alle Details sind solide und aufwändig gearbeitet.

Mit ihren »abgerundet-rechteckigen« Formen nimmt die VITESSA eine Sonderstellung ein. Erst in den 60er-Jahren wurden die Gehäuse wieder eckig.

Spätere Versionen wurden mit einem Zubehörschuh und einen Belichtungsmesser (vgl. VITESSA T) ausgestattet. Damit gewann die Kamera an Gebrauchswert, aber die glatte Form wurde durch die diversen An- und Aufbauten gestört.

Vorläufer

VITO III
PROMINENT

Varianten

Verschlüsse: Compur-Rapid, Synchro-Compur, später mit Lichtwertskala und mit Selbstauslöser.

Spätere Ausführungen mit Zubehörschuh und Belichtungsmesser.

Objektive:
ULTRON 2/50
COLOR-SKOPAR 2,8/50
COLOR-SKOPAR 3,5/50

Nachfolger

VITESSA T

Link

Viele Varianten der VITESSA und VITESSA T stellt Massimo Bertacchi auf seiner Homepage dar:
http://corsopolaris.net/supercameras/
vitessa/vitessa.html

(c) Dietrich Drescher 2002, 2003, 2004, 2005

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