Voigtländer

VITO B

 
VITO B

Die VITO B von 1954 war eine Neukonstruktion. Die Tubus-Kamera war technisch und ästhetisch richtungweisend.

 

Detailansichten:

Schnellaufzug und Rückspulknopf

Bodenklappe

Die »VITO B«, ist eine solide und kompakte Kamera. Sie ist die erste klassische Tubus-Kamera aus dem Hause Voigtländer. Auf der Gehäuse-Konzeption baut auch die VITOMATIC-Reihe auf, die bis 1969 produziert wurde

Technik

An die VITO erinnert bei der VITO B nur noch das bewährte Color-Skopar-Objektiv. Es ist mit dem Zentralverschluss in einem festen Tubus montiert. Voigländer verwendet hier die aufwändigere Gesamtverstellung des Objektivs.

Die Mechanik ist vollständig neu konstruiert. Der Transport wird mit einem »Schnellaufzug« (Detailansicht) bewirkt. Das abwärts zählende Bildzählwerk ist als Scheibe konzentrisch um den Tubus angeordnet. Es zählt beim Rückspulen mit, muss aber von Hand auf die jeweilige Filmlänge eingestellt werden. Der Rückspulknopf ist in die Kappe versenkt. Wird der Rückspulhebel betätigt, springt der Knopf nach oben (Detailansicht) und der Transportmechanismus wird freigegeben.

Ein Besonderheit stellt die Bodenklappe (Detailansicht) dar. Mit dieser Konstruktion kann die Filmpatrone leicht entnommen werden. Dadurch und durch die flache Kappe mit optischem Sucher ergibt sich eine Höhe von nur 67 mm (71 mm mit Zubehörschuh).

Der Verschluss wird über ein Zahnrad gespannt, dass vom Film mitgenommen wird. Gleichzeitig wird die Doppelbelichtungs- und Transportsperre betätigt. Die Kamera kann also nur bei funktionierendem Filmtransport ausgelöst werden. Der Verschluss muss nicht mehr, wie bei den Klapp-Vitos, separat gespannt werden.

Durch die neue Mechanik konnte das Gehäuse deutlich schmaler gebaut werden als bei den Vorgängermodellen. Die Kamera ist nur 116 mm breit.

Design

Das Design der VITO B setzt neue Maßstäbe. Durch den Aufzughebel und den versenkbaren Rückspulknopf entfallen die großen Transport-Räder auf der Kappe. Die Oberseite der Kamera ist glatt (bis auf den aufgesetzten Zubehörschuh). Der Auslöser ist sogar ein Stück in die Kappe eingelassen. Die verchromte Kappe verdeckt alle technischen Abläufe unter einem massiv wirkenden Dach. Die gerundeten Seiten des Gehäuses nehmen die Form der innen verborgenen Spulen auf und liegen gut in der Hand.

Der Tubus präsentiert sich in blankem Aluminium und verchromtem Metall. Die Verbindung zum Gehäuse bildet eine rechteckige, verchromte Metallplatte, die solide mit dem Metallkorpus der Kamera verschraubt ist. Die gesamte Konstruktion wirkt stabil und belastbar, dabei elegant und zeitlos. Lediglich der Zubehörschuh bildet einen Fremdkörper, er ist erkennbar aufgeschraubt.

Vorläufer

VITO II

Varianten

Das Objektiv der VITO B ist das vierlinsige Color-Skopar als 3,5/50 und als 2,8/50. Einige Exemplare haben eine verlängerte Einstellschnecke (kürzeste Aufnahmedistanz 0,8 m statt 1 m).

Verschlüsse:
Pronto (25–200), Prontor SVS (auch als Lichtwertverschluss)

Ableitungen

VITO B hoch
VITO BL
VITOMATIC

Erben

VITO IIa

Nachfolger

VITO BL
VITO C

(c) Dietrich Drescher 2002, 2003, 2005

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