1) ARD (SWR) Reportage: Radler, Raser, Rambos1. September 2000
2) HR3 29.11.2000, 21.45 Uhr
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Mail vom 20.9.2000
Sehr geehrter Herr Rochholz, vielen Dank für Ihr Mail vom 1. September, in dem Sie sich mit unserer Reportage "Räder, Radler, Rambos" auseinandersetzen. Dieser Film hat eine Fülle ganz unterschiedlicher Reaktionen provoziert.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, daß wir wegen der großen
Anzahl nicht auf jede einzelne Zuschrift individuell
Zunächst: Die Tatsache, daß dieser Film soviele Zuschauerreaktionen - von heftiger Kritik (seitens der Radfahrer) und Zustimmung (wen wundert's: von Fußgängern) auf sich gezogen hat, kann man wohl zunächst einmal als Bestätigung werten: Der "Kleinkrieg in der Innenstadt" ist ein Thema, über das sich trefflich streiten und berichten läßt. Tatsache ist: in vielen Städten wird der Bewegungsspielraum für den einzelnen Verkehrsteilnehmer eher kleiner - entsprechend kommt es immer häufiger zu Konflikten und leider auch immer häufiger zu Unfällen. In Köln, dem Ort an dem die Reportage gedreht wurde, stieg die Zahl verunglückter Radfahrer deutlich: 1998 waren es 1146 Verletzte und 3 Tote, 1999: 1270 Verletzte und 8 (!) Tote. In dem Film ging es nun keineswegs darum, Radfahrer pauschal als Rambos zu diffamieren, was mancher aus dem - zugegeben: zugespitzen - Titel "Räder, Radler, Rambos" folgerte. Daß es diese besonders rücksichtslosen Radfahrer - wie ebensolche Autofahrer - aber tatsächlich gibt, daran besteht andererseits auch kein Zweifel. Der Ansatz unseres Autors war es nun nicht, eine Gesamtanalyse der Verkehrssituation in den Innenstädten vorzunehmen. Ihm ging es vielmehr darum, das Verkehrsverhalten von Radfahrern in den Blick zu rücken. Denn Radfahrer sind nicht nur Opfer sondern eben auch Täter bei Unfällen im Straßenverkehr: Die Statistik von 1998 für Deutschland: Bei 68.800 Unfällen unter Beteiligung von Radfahrern wurde etwa die Hälfte von Radfahrer verschuldet. Daher ist es durchaus legitim, einmal das Interesse darauf zu fokussieren, welchen Anteil die Radfahrer an dieser erschreckenden Zahl haben. Also: Radfahrer sind nicht die schlechteren - aber auch nicht die besseren Verkehrsteilnehmer. Im Zentrum der Reportage stand nun eine Aktion der Kölner Polizei, bei der Fahrradfahrer konsequent nach den Regeln der Straßenverkehrsordnung behandelt wurden - was sich alle anderen Straßenverkehrsteilnehmer ja auch gefallen lassen müssen. Im Verlauf des Films zeigte sich, daß es eine Fülle von Verkehrsvorschriften gibt, die viele Radfahrer gar nicht kennen: daß zum Beispiel das Befahren von Fußgängerüberwegen verboten ist. Unsere Reportage dokumenierte eine ganze Reihe solcher Verkehrsverstöße, bei denen sich die Radfahrer keiner Schuld bewußt waren. Nun läßt sich sicher über Sinn und Unsinn einzelner Verkehrsvorschriften streiten. Allerdings: man muß Sie zunächst einmal kennen. Es war sicher eine Stärke dieses Films, den einen oder anderen Zuschauer (Radfahrer) für solche Situationen sensibilisiert zu haben. Einseitigkeit und Stimmungsmache gegen Radfahrer wurde diesem Film von einigen Kritikern vorgeworfen. Richtig ist sicher, daß unser Autor distanziert das Verhalten der Radfahrer beobachtet hat. Allerdings kamen die Radfahrer in dem Film ausgiebig zu Wort. Und es gab auch nicht wenige überzeugende Statements von Radfahrern, die von ihrer schwierigen Situation im Straßenverkehr sprachen. Natürlich ist es erfreulich und muß unterstützt werden, wenn immer mehr Menschen das Auto stehen lassen und auf das Rad umsteigen. Dennoch muß es erlaubt sein zu fragen, wie auch die Radfahrer dazu beitragen können, daß der Straßenverkehr für alle sicherer wird. Nochmals Dank für Ihr Interesse und Ihre kritischen Anmerkungen. Thomas Michel
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Münchens Fußgänger empört: Radler, ihr nervt uns! |
2) Münchens Fußgänger empört:
Radler, ihr nervt uns!
Seitliches Bild zeigt, wie es offensichtlich in der Fussgaengerzone inklusive Radlfurt zugeht: Weiterhin kann man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wahrnehmen, daß auf diesem Bild nicht nur die Fußgänger einen Grund haben, genervt zu sein. Aber der Mann mit der großen Tasche am Lenker steckt das offensichtlich eher leger weg... Schön wäre es, wenn die "Radlfurten" funktionieren würden. Aber so eine Radfurt ist, wie unschwer zu erkennen, kontraproduktiv (Und einfach nur gefährlich). (OT. Das ist genauso wie bei den AKW's: In Deutschland schaffen wir sie ab, in Nachbarländern gehen unsicherere ans Netz. 80 km von der Grenze. Grüne kontraproduktive Politik. Schwärmt vom Idealzustand und scheitert an den Realitäten. Eigentlich sollte Deutschland ein paar hundert Jahre da "drüber" sein. Wie hieß die Zeit? Helft mir bitte mal.) Aber ansonsten ein recht neutraler Artikel. (Bis auf die Ueberschriften) Jede Partei kommt zu Wort (Autofahrer, Radfahrer, Fussgaenger, ADFC). |
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"Radlrambos immer dreister" |
2b) Unterüberschrift "Radlrambos immer dreister"
Wie unschwer zu erkennen, fährt hier ein Radlrambo durch die Münchener
Innenstadt.
Spaß beiseite: Sehr geschickt ist so eine Aktion nicht. Will man da halbwegs sicher durchkommen, ist man mit schieben auch nicht langsamer. Und gesetzeskonform.
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3) Süddeutsche Zeituung, 19.3. 2001, "Polizei fahndet nach
Radl-Rambo"
Zunächst: Von Fusstritten muß ich mich eindeutig
distanzieren.
Da haben wir es wieder: Ein Radl-Rambo!
Zitat: "Fahrrad mit fehlender Felge"
Zitat: "Schüler", "Kinder"
Ist die SZ auch schon von
Anti-Radler-Gedankentum "verseucht"?
Ich bin nicht der "Radl-Rambo", mein Haar ist nicht so schütter.
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Autofahrer in Rage bringt Radler zu FallSüddeutsche Zeitung, 08.02.2002Weil er sein Auto berührte, hat ein 35-jähriger Mann einen
Radfahrer verfolgt und zu Fall gebracht. Der Autofahrer hatte auf der Deisenhofener
Straße eine Beifahrerin aussteigen lassen und war dazu auf den
Fahrradweg gefahren. Der 32-jährige Radfahrer streifte beim Vorbeifahren
mit einer Stofftasche den Kotflügel des Wagens, ohne dass Schaden
entstand. Den Autofahrer muss der Vorfall trotzdem so in Rage versetzt
haben, dass er in den Wagen stieg und den Radler bis in die Schwanseestraße
verfolgte. Dort schnitt er ihm so den Weg ab, dass der Mann stürzte.
Der Radfahrer verletzte sich leicht. Das Auto nahm nun doch Schaden:
Eine Scheibe ging zu Bruch, alsder Lenker im Fenster hängen blieb.
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Hier fängt die Selbstjustiz an, die ich wegen obiger nichtneutraler
Berichterstattung schon lange prophezeit habe:
Dem Autofahrer kommt gar nicht in der Sinn, daß er schlichweg auf dem Radweg nichts zu suchen hat bzw. Radler gefährdet. Weiterhin nötigt er sie zum Ausweichen auf Fußweg oder Autofahrbahn, was verboten ist. Ich würde sagen, daß es sich hier um
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Tatwaffe AutoIn einem aufsehenerregenden Strafprozess hat eine Jury in den USA den Tod eines Radkuriers als Mord eingestuft - obwohl es fast wie ein Verkehrsunfall aussah.Nach Ansicht der Richter hatte ein heute 31-jähriger Autofahrer vor zwei Jahren einen 26jährigen Radkurier nach einem Beinahe-Zusammenstoß und einer deftigen verbalen Auseinandersetzung absichtlich überfahren und dabei getötet. Mit dem Schuldspruch nach rund 16-stündiger Beratung der Jury erwarten den verurteilten Autofahrer nun 2o bis 60 Jahre Haftstrafe. "Ein drei Tonnen schweres Fahrzeug gegen ein 2o Pfund schweres Fahrrad ist keine faire Auseinandersetzung", sagte die stellvertretende Staatsanwältin Lynda Peters in ihrem Plädoyer. Zum Prozess erschienen zahlreiche Radkuriere und Radsportler aus dem Großraum Chicago sowie Anhänger des Autofahrers. Ordner mussten die beiden Gruppen im Gerichtssaal trennen. "Tour" Magazin, Februar 2002, Seite 7. |
Wenngleich ich normalerweise Bauchschmerzen habe, das Amerikanische
Rechtssystem als leuchtendes Beispiel hinzustellen, möchte ich doch
hier diesen Artikel der "Tour" hineinkopieren.
Und mich würde intreressieren, was demgegenüber der Autofahrer erhält, von dem in obiger Zeile die Rede ist. ("Autofahrer in Rage bringt Radler zu Fall") |
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Brief der Gemeinde Gilching an mich (7. 2. 2002)Sehr geehrter Herr Dr. Rochholz, zunächst herzlichen Dank für Ihr Schreiben vom 21.1.02.
Leider haben wir dazu aber kein rechtliche Handhabe. Nach Art. 18 des Bayer. Landesstraf- und Verordnungsgesetzes (LStVG) kann das freie Umherlaufen nur von großen Hunden und Kampfhunden in einer Gemeindeverordnung geregelt werden. Das haben wir auch gemacht. Wir legen Ihnen eine Ablichtung dieser Verordnung zur Kenntnisnahme bei. Zweifelsohne besteht natürlich auch eine nicht gerade unbedeutende Gefahr durch kleine nicht angeleinte Hunde, wenn diese z.B. auf Radwegen frei umherlaufen. Nur fehlt uns hierzu die gesetzliche Ermächtigung im LStVG. Das Problem gibt es nun leider in fast allen Gemeinden, die gleichlautende Regelungen getroffen haben wie in Gilching. Wir bedauern deshalb, Ihnen keine "günstigere" Mitteilung zukommen zu lassen. Mit freundlichen Grüßen Krischke |
Ich hatte einen Brief
an die Gemeinde Gilching (Gezippte PDF-Datei) geschrieben, um sie zu
bitten,
auf gemischten Rad-Fusswegen und auf Fusswegen, die neben Radwegen laufen, das Anleinen von Hunden vorzuschreiben. In meinen subjektiven Augen sind unangeleinte Hunde, bisweilen auch schwarz, insbesondere auch des Nachts ein Sicherheitsrisiko für Radfahrer. Es gibt ja auch rücksichtsvolle Hundehalter, die nachts den Hunden so Blinklichter anziehen. Finde ich super. Aber die meisten.... Und mir persönlich geht es primär um die Sicherheit von allen Verkehrsteilnehmern. Ist da jemand anderer Meinung oder hat da jemand andere Prioritäten? Die Sicherheit von Hunden? |
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| Rüpel auf Rädern!
Immer wieder kommt es auf Gehwegen zu Unfällen zwischen Fußgängern und Radfahrern; Hauptunfallverursacher sind hier meist die Pedalritter. Und das, obwohl Gehwege gemäß Straßenverkehrsordnung ausschließlich den Fußgängern vorbehalten sind! Jedoch gibt es hier Ausnahmen. Eine betrifft zum Beispiel Kinder: Bis zum vollendeten achten Lebensjahr müssen sie die Bürgersteige zum Radeln benutzen, und für zwei veitere Jahre ist ihnen das gestattet, wenn keine Radwege vorhanden sind. Ältere Kinder, Jugendliche und erwachsene Zweiradfahrer dagegen dürfen laut Auskunit der DBV-Winterthur Versicherurigen nur dann mit dem Drahtesel auf die Bürgersteige, wenn diese durch ein spezielles Schild ausdrücklich für Radtahrer freigegeben sind. Dies ist jedoch keinsfalls als Freibrief für Rowdies zu verstehen; ganz im Gegenteil: Auch hier müssen Pedalritter grundsätzlich Rücksicht auf Fußgänger nehmen! Das heißt: Sie dürfen nur Schrittgeschwindigkeit fahren und müssen absteigen, wenn sie Fußgänger gefährden, behindern oder belästigen könnten. Wer dagegen verstößt, riskiert ein Verwarnungsgeld von bis zu 20 Euro! ARCD (Auto- und Reiseclub Deutschland), 3/2002 |
Ein eigentlich sehr neutraler und informativer Artikel. Warum aber müssen die Redakteure des ARCD mit den Begriffen wie "Rüpel" oder "Rowdie" um sich werfen? Auffallend sind die vielen Ausrufungszeichen (insgesamt 4 Stück).
Der erhobene Zeigefinger auf die bösen Radler läßt wieder
mal grüßen. Es ist ja sooo bequem. |
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| Überfällig
Dieser Artikel war lange überfällig! Aber: Für bessere, scherbenfreie Radwege fehlt anscheinend in Deutschland das Geld. Und eine Regierung, die den Radfahrern in Sachen Radwegebenutzungsplicht entgegenkäme, würde wohl von der ADAC-Motorwelt, der Bild-Zeitung und der übrigen Autolobby in der Luft zerrissen. Ich würde mir wünschen, dass Rennfahrer wie Jan Ullrich und Erik Zabel ihre Popularität nutzen und auch mal ungefragt zu diesem Thema im Sinne aller Rennradfahrer Stellung beziehen. Bis dahin fahren wir weiter durch Scherben der Flachmänner und Bierflaschen, die deutsche Autofahrer auf die Radwege werfen - oder wir werden auf der Straße angehupt, bedrängt und bedroht. Achim Klinge, Bensheim Ironisch?
Gegenseitig
tour 2/2002 |
Leserbriefe zum Report über Radwege, Tour-Zeitschrift
3/2002
In der tour 2002 wurde der z.T. miserable Zustand von Radwegen angemahnt. |
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19.6.2009 -www.oe24.at
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Wahnsinn! Über 30 km/h "rasen" die Radfahrer. Und nebenan sind die braven Autofahrer, die sich so mit 60 km/h bewegen und ganz normal fahren. Oder? Und so ein 100kg-Radler hat bei 30 km/h rund 7000 kg* m^2/s^2, während ein KFZ bei 60 km/h und 1500 kg Gewicht von über 400000 kg* m^2/s^2, also das 60-fache(!) an Energie beinhaltet. Journalisten: Ihr habt den Physikunterricht in der Schule sehr früh "abgewählt", oder? Geschwänzt? Und: Sollen jetzt die Radfahrer auch langsamer fahren? Oder wie ist "... die Geschwindigkeit aller Verkehrsteilnehmer zu reduzieren.“ gemeint? Also die Logik in diesem Artikel verstehe ich nicht- und das hat sicher nichts damit zu tun, dass es ein österreichischer Artikel ist- So einen Unfug bringt selbst die SZ zu Stande- und die ist deutsch! Ca. 50% aller Autofahrer blinken übrigens nicht. Statistik der Auto-Bild. Die gefährden damit aber eher die Radfahrer. Denen die Möglichkeit genommen wird, "adäquat auf eine Gefahr zu reagieren.“ Heiliger Sankt Florian. Wenn ich mich selbst gefährde, bin ich zwar blöd, aber wenn mich andere gefährden wird das eh nicht geahndet. Also was soll das? Tolle Verkehrspsychologin. |
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Letzte Revision 20.08.2009, Seiten kontinuierlich in Bearbeitung