Grober Unfug


Hier einige gesammelte Beispiele, wie man es nicht machen sollte.
Manchmal erstaunt schon, wie wenig passiert.....
 

1) Gabelschaftbruch
 


 

Der ganz normale Wahnsinn....   Das Rad habe ich irgendwo am Straßenrand gesehen und fotografiert.  Ich weiß nicht, was dem Fahrer passiert ist.

Hier handelt es sich um eine herkömmliche Vorbau(*)-Gabel-Einheit (kein Ahead-Set), bei dem das Vorbaurohr in den Gabelschaft hineingesteckt wird und die Fixierung durch eine Spreizung des Vorbaurohres erfolgt. Entweder durch einen Konus (wie hier) oder durch einen Schrägkonus. 

Was ist hier passiert?
An jedem Vorbau existiert eine Markierung, die anzeigt, daß der Vorbau nicht weiter herausgezogen werden darf. Nach DIN-Norm müssen Rohre mindestens 6,5 cm ineinander stecken. Und manchmal haben sich die Leute, die diese DIN-Normen geschrieben haben, auch etwas dabei gedacht. 
Hier ist die Markierung nicht beachtet worden. Aus Sparsamkeitsgründen wurde kein längerer Vorbau gekauft. Der Vorbau wurde zu weit herausgezogen. Somit ist die Klemmung genau im Bereich des Gabelschaftgewindes. 
Dies ist ein Bereich, wo der Gabelschaft ohnehin eben durch das Gabelschaftgewinde geschwächt ist. Im Bereich des Gewindes werden zusätzliche Spannungen aufgebracht. Zum Beispiel durch das Hin- und Herziehen am Lenker.Kommt dann vielleicht noch ein wenig Streusalz hinzu, ist der Bruch, wie zu erkennen, vorprogrammiert.
Und das Fahrrad rast führerlos durch das Weltall...

Dies ist übrigens noch deutlich gefährlicher wie der Leichtsinn unter Position 1), da man hier plötzlich die gesamte Lenkereinheit komplett in der Hand hält.  
Bei Pos. 1 hält die durch den Vorbau laufende lange Schraube (Das etwa 1 cm lange Ende dieser Schraube ist mit ihrem Gewinde ist auf dem Bild links zu erkennen) den Lenker bei Bruch des Vorbaues immer noch zusammen, wenngleich die Sache arg zu wackeln anfängt. 

* Als Vorbau wird das Teil bezeichnet, das die Verbindung zwischen Lenker und Gabel herstellt. Als Vorbaurohr bezeichne ich hier den Teil des Vorbaues, der in das Gabelschaftrohr (das hier gebrochen ist) hineingesteckt wird. Der Vorbau ist noch völlig intakt.
Text: 4/2001

Konstruktionsfehler


Manchmal hat man den Eindruck, irgendwelche Künstler kaufen sich eine
Drehbank und fangen einfach irgendwie an!
 
 


1) Geplatztes Sattelstützenrohr 

Hier das Oberteil eines Syncros-Sattelstützenrohres (Abgesägt, ich wollte ja weiterfahren). Ich habe mich einmal kräftig hinten auf den Sattel gesetzt (Bei einem Fully!) und dann fiel dieser herunter.....
Übrigens kostet diese Sattelstütze im Laden 180 DM. 

Die Fertigung der Sattelstuetze ist eigentlich perfekt:
Der Sattelstuetzenkopf ist in seitlich gezeigtes Rohr eingepresst und eingeklebt, es sind sogar dünne Rillen eingedreht, damit der Kleber nicht komplett weggepresst werden kann.

Uneigentlich jedoch steckt der Sattelstuetzenkopf, der etwa 28 mm Durchmesser hat (Hier handelt es sich um eine Stuetze mit 31.6mm Durchmesser), gerade einmal 18 mm im Rohr, die oben zu sehende Aufdickung beträgt konstant 2/10 mm (Mattiertes Material oben).
Und die 18 mm sind offensichtlich zu kurz, das Rohr aus Duraluminium wird regelrecht aufgehebelt.

Abhilfe:

  • Kopf deutlich tiefer in das Rohr einstecken, man kann sich ganz einfach überlegen, daß die Spreizkraft des Rohres genau antiproportional zur "Einstecklänge" ist. 
  • Da der Riss von oben nach unten läuft, oben das Rohr stärker wie unten aufdicken.
  • In den Sattelstützenkopf hätte man von unten konisch ein Loch einarbeiten können.Der Kraftübergang wäre gleichmäßiger und man hätte sogar Gewicht gespart (Für die Freaks! :-)).


* Dem Autor ist bewußt, daß es "8kg Belastung" nicht gibt. Korrekt wären es natürlich 80 Newton.

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 Letzte Revision 03.10.2000, Seiten kontinuierlich in Bearbeitung