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Der 1924 in Berlin geborene Ulrich Anbuhl ist ein vielseitig interessierter, musischer Mensch, der sich zwar immer schon, intensiver aber erst seit 1989 in der Malerei aktiv betätigt hat. Als langjähriger Schüler des Flensburger Malers und Graphikers Thomas Uwe Guschl eignet er sich die Grundkenntnisse dieses für ihn neuen Metiers an und wagt sich - nach einigen Gelegenheitsverkäufen - 1999 zum ersten Mal im Fensburger Forum D mit einer großen Einzelausstellung an die Öffentlichkeit, die für ihn ziemlich überraschend ein beachtlicher Publikumserfolg wird.

Gezeigt wurden überwiegend Landschaften aus dem Schleswiger deutsch-dänischen Grenzgebiet zwischen Ost- und Nordsee, denn das ist seit 1967 seine zweite Heimat geworden, in Flensburg ist er seither ansässig. Das Flensburger Tageblatt spricht von "Landschaftsbildern in Perfektion". Frage man Anbuhl, was er eigentlich an den Landschaften empfinde, so sagt er, es seien nicht die Dinge, die man in der Landschaft erkennt, sondern die Stille der Landschaft. Er reduziere die Landschaft auf einige Details, und das sei typisch für Anbuhls Malerei. Sicherlich spiele der Impressionismus für die Art und Weise, wie er Landschaften darstellt, eine Rolle. Jedenfalls würde Anbuhl anders malen, wenn es den Impressionismus nicht gegeben hätte, auch er stelle Licht und Atmosphäre stimmungsvoll vor.

Es folgen Studien bei Uwe Lempelius, Prof. Korte und Prof. Uschkereit und weitere Ausstellungen. 2002 lädt ihn dann die Apenrader Zentralbücherei, das Kulturzentrum der deutschen Minderheit im dänischen Nordschleswig, zu einer Einzelausstellung in ihren Räumen ein, im Juni 2003 gibt die Gemeinde Harrislee in ihrer Bürgerhalle Anbuhl Gelegenheit, seine Werke zu präsentieren. Inzwischen ist die Thematik vielseitig geworden. Zwar sind es noch immer - so die Ausstellungsprospekte - Bilder, die begeistert vom Meer, von der Küste erzählen, von den wechselnden Farben des Himmels, von dem geheimnisvollen Lichterspiel des Wassers und den Farbnuancen im Laub der Bäume, sind es Berichte von den Ereignissen an der Küste, von Sonnenaufgang, Mittagsgluthitze, Abendstimmung und Mondnacht, von der Gewalt der Stürme hier und der Stille danach. Nun gibt es Motive aus den Städten, vor allem von Flensburg, Hamburg und Kiel. Auch wendet Anbuhl sich mehr den Einzelheiten seiner norddeutschen Landschaft zu, sucht sich das typische, malerische Detail heraus. Da sind es die alte Schuppentür, das berankte Fenster, der Torbogen mit dem Durchblick in Hinterhöfe, Treppen und schmale Gassen, die Anbuhl zum Malen reizen.

Gelegentlich tauchen Erinnerungen an andere Länder auf. Anbuhl ist in seinem Leben weit gereist, da findet man schon mal Bilder von norwegischen Fjorden, von wuchernder Bougainvillea an mexikanischen Mauern, von vom Sandsturm bedrohter tropischer afrikanischer Natur. Aber schließlich werden auch Alltagseindrücke wie Bilder des Malerateliers, von Farbtöpfen und Pinseln festgehalten, Blumensträuße, Stillleben aller Art.

Anbuhl malt in den letzten Jahren fast nur noch Ölbilder, weil ihn bei Aquarellen und Pastellen das spiegelnde Glas stört. Seine Bilder entstehen zumeist im Atelier, entweder unmittelbar aus der Erinnerung, manchmal durch Skizzen oder auch Fotos vor Ort unterstützt oder auch einfach aus der Phantasie heraus.