[ Impfungen ]

Parvovirose - („Katzenseuche“)

Die Bezeichnung leitet sich von lateinischen Wort pravus = klein ab. Zu seuchenartigem Auftreten der Erkrankung beim Hund kam es erstmals 1978 in den USA, Kanada und Australien. Die rasche Ausbreitung erreichte Die BRD 1980. Enge Verwandte der Parvoviren, die Panleukopenie der Katzen und die Virus-Enteritis der Nerze, prägten den Begriff Katzenseuche, obwohl diese nicht auf den Hund übertragbar sind.

Krankheitserreger: Virus
 
Übertragung: Parvoviren kommen bei den verschiedensten Wirbeltieren vor. Die Ansteckung erfolgt hauptsächlich von Hund zu Hund und über den Kot. Auch der Mensch kann beispielsweise mit dem Schuhwerk die Viren über weite Strecken verbreiten.

Inkubationszeit: 3 bis 7 Tage
 
Krankheitsbild: Die Krankheit ist durch einen akuten Verlauf gekennzeichnet. Sie kann in zwei unterschiedliche Formen auftreten, je nachdem, ob Herzmuskel oder die Schleimhaut des Magen- Darm-Kanals befallen und geschädigt werden.
Die mit Herzmuskelentzündung einhergehende Form befällt vor allem Welpen im Alter von 14 Tagen bis 12 Wochen und führt gewöhnlich innerhalb von 1 bis 3 Tagen zum Tod. Die Welpen zeigen völlige Appetitlosigkeit, erhebliche Störungen des Allgemeinbefindens und zunehmende Atemnot.
Weitaus häufiger ist die Form der Magen- Darm- Erkrankung. Von ihr werden Hunde jeden Alters betroffen. Die Symptome treten völlig überraschend, mit wiederholtem Erbrechen von Mageninhalt und galleartigem Schleim sowie mit völliger Verweigerung von Nahrung, auf. Im Unterschied zum Erbrechen z.B. bei Nierenversagen oder Leptospirose besteht kein übermäßiger Durst. Zu Erbrechen kommt oft schon nach wenigen Stunden, spätestens aber am 3. bis 5. Krankheitstag - wäßrig-schleimiger Durchfall, übelriechend, graugelblich oder auch von blutiger Beschaffenheit. Nicht selten erfolgen die Entleerungen „explosionsartig“ in heftigem Strahl. Der Anhaltende Durchfall und das ständige Erbrechen führen zu einem lebensbedrohlichem Flüssigkeitsverlust, mit äußerst nachteiligen Folgen für Stoffwechsel und Kreislauf. Der Hund verhält sich von Anfang an teilnahmslos. Die Körpertemperatur kann fieberhaft oder normal sein, ein Absinken unter die Norm bei Verschlechterung des Allgemeinzustandes ist als ein ernstes Krankheitszeichen zu werten. Hat der Hund die ersten 5 Kankheitstage überstanden läßt der Durchfall nach und stellt sich der Appetit ein, bestehen gute Aussichten auf Genesung. Bei akutem und eindeutigem Krankheitsverlauf (häufiges Erbrechen, heftiger vor allem blutiger Durchfall) sollte der Tierarzt unverzüglich aufgesucht werden, denn bei einer frühzeitig einsetzenden Behandlung ist eine wirksame Bekämpfung des Virus möglich.

Hinweise: Die meisten gebräuchlichen Desinfektionsmittel sind gegen Parvoviren wirkungslos. Will man eine Zwingerdesinfektion durchführen oder eine Desinfektionsmatte anlegen, so eignen sich zum Abtöten der Erreger lediglich Natronlauge, Natriumhypochloridlösung und Formalin in 2%iger Konzentration.

Vorbeugung: Durch Impfung tragender Hündinnen, ist es möglich, deren Welpen gegen die Herzform der Parvovirus-Infektion zu schützen. Mit dem Rückgang der mit der Milch ausgeschiedenen Abwehrstoffe (Antikörper), sind diese jedoch nicht gegen die Darmform gefeit. Es empfiehlt sich daher die Welpen bereits im Alter von 6 Wochen erstmals zu Impfen und dann die Impfung nach 2-3 Wochen zu wiederholen.

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