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Die Staupe ist in Europa seit dem 18.Jahrhundert bekannt. Erst 1905 gelang es dem französischen Wissenschaftler CARRÉ als Krankheitserreger einen Virus nachzuweisen. Ihm zu Ehren führt daher die Staupe auch die Bezeichnung CARRÉSCHE Krankheit. Auf Katzen und Menschen ist die Krankheit nicht übertragbar. Die Erreger sind gegen Wärme empfindlich, daher ist die Ansteckungsgefahr in der warmen Jahreszeit geringer als im Winter.
Übertragung: Hund zu Hund, hauptsächlich durch Augen und Nasensekret sowie Speichel oder Tröpfcheninfektion durch Niesen und Husten. Außerdem über infiziertes Futter, Wasser oder Gegenstände. Der Mensch kann die Vieren an Schuhwerk, Kleidung oder auch an den Händen einschleppen wenn er mit dem Sekret infizierter Hunde in Berührung gekommen ist.
Inkubationszeit: Etwa 3 bis 7 Tage
Krankheitsbild: Im Virusstadium zu Beginn der Erkrankung treten Körpertemperaturen von 39,5 bis 41ºC auf, die Lidbindehäute sind dabei meist stark gerötet und es besteht wäßriger Augen- oder Nasenfluß. Mattigkeit. Appetitlosigkeit und Durchfall kommen hinzu. Zu den weiteren Symptomen des Virusstadiums können Brechreiz und Würgehusten gehören, die durch entzündliche Schwellungen der Mandeln verursacht werden. Das Fieber besteht nur ein bis zwei Tage und fällt dann wieder in den normalen Bereich ab. Ist der Hund nicht geimpft, kommt es darauf an schon in diesem Stadium die Krankheit zu erkennen, weil sich zu diesem Zeitpunkt die günstigsten Aussichten bieten, durch eine Seruminjektion den Staupeablauf wirksam zu beeinflussen. Im zweiten Kankheitsstadium ist eine Serumgabe nicht mehr möglich! Im zweiten Kankheitsstadium, kommt es wenige Tage später zu erneutem Fieberanstieg. Die Erreger haben sich in bestimmten Organen niedergelassen und verursachen je nach ihrer Lokalisation unterschiedliche Krankheitserscheinungen, die als „Darm“- oder als „Lungenstaupe“ bezeichnet werden. Die gefürchtete nervöse Staupe entwickelt sich oft erst nach Wochen. Kompliziert wird dieses Stadium in der Regel durch die Infektion mit Bakterien, weil der Organismus durch die Staupevieren geschwächt ist. Die „Lungenstaupe“ geht aus einem Katarrh der oberen Luftwege hervor. Aus einem anfänglich wäßrig-klaren Augen- oder Nasenausfluß ist inzwischen ein eitrig-gelber geworden. Die Atmung ist erschwert und schniefend. Die Augen sind verklebt, und infolge einer Mandelentzündung ergeben sich Schluckbeschwerden. Hinzu gesellen sich Durchfall, Husten und Teilnahmslosigkeit. Zunehmende Kurzatmigkeit und weiterer Temperaturanstieg deuten auf eine Lungenentzündung hin. Die „Darmstaupe“ ist durch Brechreiz, völlige Verweigerung der Nahrung, Durst und starke Durchfälle gekennzeichnet. Der Kot kann schleimig-eitrig oder Blut durchsetzt sein. Bei beiden Staupeformen können die Augen miterkranken und sich Entzündungen oder Gewüre der Hornhaut entwickeln. Erkrankt der Hund wärend der Zahnung wirkt sich das ungünstig auf die Zahnbildung aus. Zahnschmelzveränderungen, Verfärbungen, Rillen und Vertiefungen der Zahnoberfläche können entstehen und sind irreperabel. Bei der sog. „Hautstaupe“ kommt es zur Ausbildung kleiner flüssigkeitsgefüllter Bläschen an gering beharten Körperstellen (Unterbauch, Innenschenkel), Es kommt selten zu Fieber und Störungen des Allgemeinbefindens, dadurch wird diese Stapeform häufig übersehen. Die „nervöse Form der Staupe“ tritt im allgemeinen im Anschluß an das zweite Stadium der Erkrankung, also zu Beginn der vierten Krankheitswoche, in Erscheinung. Mitunter machen sich nervöse Symptome auch erst nach scheinbarer Gesundung bemerkbar, wenn man bereits glaubt, daß das Schlimmste überstanden sei. Jedoch lassen sich in der vorhergehenden Zeit fast immer fieberhhafte Temperaturerhöhungen feststellen, währendsich der Appetit seltsamer weise bessert, ja mitunter sogar bemerkenswert gut wird. Die Krankheitserscheinungen der nervösen Staupe sind sehr vielseitig. Beißsucht, starkes Speicheln und Muskelkrämpfe mit Zukungen der Gliedmaßen oder der Kopfmuskeln - Schlagen mit dem Unterkiefer (Kaukrämpfe) oder Verdrehung des Kopfes (Schiefhals). Nicht selten verlieren sich diese Erscheinungen erst nach Wochen oder Monaten, oder sie bleiben - in abgeschächter Form - für immer bestehen. Zwischen den Krampfanfällen kann der Hund sich lebhaft zeigen, es sind aber auch Depressionszustände möglich in denen er sich teilnahmslos verhält. Die Erkrankung einzelner Nervengebiete bewirkt mitunter eine Erblindung oder eine Beeinträchtigung des Hör- und Geruchvermögens. Von einer Lähmung wird in erster Linie die Hinterhand betroffen. In Ungünstigen Fällen kann die Lähmung nach vorn fortschreiten und bis zur Atemlähmung und somit zum Tod des Tieres führen. Eine ungewöhnliche Staupeform ist die „Hartballenerkrankung“, besondere Merkmale sind ausgedehnte Verhornungen an Nasenspiegel und Fußballen. Die nervösen Erscheinungen treten hier schon sehr früh auf – meist in der zweiten Woche und es überwiegen die Erkrankungen des Magen-Darm-Kanals. Die Krankheitserscheinungen entsprechen im wesentlichen denen der bekannten Staupeformen lediglich die zweigipflige Fieberkurve tritt nicht auf. Auch abweichende Krankheitsformen können auftreten, da die Staupevieren in verschiedenen Stammen vorkommen und so ihre krankmachende Wirkung sich im Laufe der Zeit verändert.
Hinweise: Niemals den Menschen als Überträger der Krankheit unterschätzen. Nach den Kontakt mit erkrankten Tieren immer die Hände desinfizieren. Die Krankheitserreger auf Gegenständen und Kleidung können durch Waschen mit über 60ºC heißem Wassen abgetötet werden. Besser noch ist es die Gebrauchgegenstände (Futternapf, Leinen u.ä.) abzukochen. Zur Grobdesinfektion von staupeverseuchten Zwingern eignet sich eine dreiprozentige Natronlauge.
Vorbeugung: Die Schutzimpfung ist der sicherste Schutz gegen die Staupeerkrankung.
Passive Imunisierung: - besteht aus fertigen Schutzstoffe die man von einem anderen Tier gewonnen hat. Sie werden in Form des Staupeserums verabreicht. Der Impfschutz setzt sofort ein, hält aber nur etwa 9 - 14 Tage. Anwendung bei forübergehend erhöhter Infektionsgefahr (Schauen, Leistungsveranstaltungen u.ä.).
Aktive Imunisierung: - Sie bietet dauerhaften Schutz. Abgeschwächte oder abgetötete Krankheitserreger werden eingespritzt, die den Organismus zur selbstständigen Bildung von Schutzstoffen anregen. Nur für gesunde Tiere geeignet. Wurde eine passive Impfung verabreicht ist mit der aktiven Impfung mindestens drei Wochen zu warten.
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