Meine Zeit im Kindergarten

Von Mitte 2004 bis zum Juni 2006 bin ich in einen wundenschönen Kindergarten gegangen. Es ist eine KITA, die neben den sog. „Regelkindern" auch Integrationskinder (so wurde ich bezeichnet) gehen und welche über sehr kompetenten Erzieherinnen  verfügt. Ich habe ich eine sehr glückliche Zeit verbracht..


Im folgenden Abschnitt berichte ich über meinen Alltag in der Kindergarten-Zeit. Sobald meine Eltern mal wieder ein klein wenig Zeit zum Schreiben haben, werde ich dann auch über meinen veränderten Alltag in der Schule berichten.


Mein Alltag im Kindergarten:


Morgens muss ich eigentlich selten geweckt werden, vielmehr wecke ich gern meine Eltern und auch meine kleine Schwester. In der Regel wache ich so zwischen 6 und 7 auf. Also mal ehrlich, da gibt es Kinder die stehen wesentlich früher auf!!!

Um deutlich zu machen, dass ich nun wach bin, klopfe ich mit der flachen Hand an meine Zimmertür. Echt, das wirkt eigentlich immer! Meistens kommt Papa, um mich aus meinem

Zimmer zu holen. Wenn wir Wochenende haben, komme ich mit zu Mama und Papa ins Bett, dann kuscheln wir noch ein bisschen. Das ist immer sehr schön. Außerdem mögen Mama und Papa sehr gern mit mir kuscheln und man muss die Eltern ja irgendwie bei Laune halten. Früher oder später kommt dann auch Annika dazu.

In der Woche sieht das etwas anders aus. Wenn ich aufgewacht bin, möchte ich gern nachsehen ob Annika auch schon wach ist. Aber meine Eltern möchten nicht dass ich in Annikas Zimmer gehe. Sie meinen immer, ich solle Annika nicht wecken, die stellen sich aber auch an. Ich gehe dann mit Mama und Papa nach unten. Natürlich versuche immer mal wieder zu Annika zu kommen, aber ich muss sagen, da sind Mama und Papa schon sehr flink...


Ich werde morgens von Mama gewaschen (mag ich nicht so gern) und angezogen. Beim anziehen und waschen mache ich gern mit Mama ein Spielchen: weglaufen. Mama findet das irgendwie nicht so witzig und meckert immer, dass sie keine Lust hat mir beim Anziehen ständig hinterher zu laufen. Das Zähneputzen vergisst Mama leider nur selten. Annika wird dann auch fertig gemacht.

Um 8.10 Uhr kommt dann endlich mein Bus der mich in den Kindergarten bringt. Mama und Annika bringen mich zur Straße. Ich versuche immer mal wieder auf die Straße laufen, die Autos sind echt spannend. Aber Mama passt immer so gut auf, dass ich eigentlich keine Chance habe. Ich gebe aber nicht auf, vielleicht gelingt es mir ja doch noch mal...

Wenn ich mal besonders gespannt auf die Autos bin, dann nimmt Mama mich auf den Arm, damit ich nicht auf die Straße laufen kann. Mal sehen wie lange sie das wohl noch macht (ich finde 23 Kilo sind ein schwergewichtiges Gegenargument). Auf ihrem Arm habe ich aber noch ein bisschen Schabernack im Kopf: kneifen, beißen und an den Haaren ziehen.


Im Bus sitzen immer zweit nette Zivis, die sind echt lieb zu mir. Die bringen mich dann in meine Gruppe. Ich bin in der Regenbogengruppe. Mit mir sind  wir 15 Kinder in der Gruppe. 5 sind „Integrationskinder" (2 Downies - Kinder mit Down-Syndrom, ein Frühchen und einen Jungen der mit offenen Rücken auf der Welt gekommen ist) und 10 „Regelkinder".  Meine beiden Erzieherinnen Annemarie und Christine sind echt super lieb. Ehrlich, die mag ich total gern. Ich gehe überhaupt sehr gern in den Kindergarten. Wir haben auch immer einen Zivi in der Gruppe. Außerdem kommt Pia (auch eine Erzieherin ) 7 Stunden in der Woche nur für mich in den Kindergarten, die mag ich auch sehr gern.

Die Kinder in der Gruppe sind sehr lieb zu mir. Die Schaukeln mit mir draußen, wollen mit mir Rutschen gehen, ab und zu  bekomme ich sogar mal ein Küsschen auf die Wange gedrückt. Spielen wie die anderen Kinder kann ich nicht. Ich mag mich sehr gern bewegen und beobachte gern was die anderen Kinder so machen. Puppenwagen finde ich prima, allerdings schiebe ich sie nur leer - eine Puppe im Puppenwagen kann ich nicht leiden.

Wenn die anderen Kinder im Kindergarten basteln, malen oder so was, dann schaue ich manchmal zu. Wenn ich richtig gut drauf bin, dann mache ich mit viel Hilfe von Annemarie, Christine oder Pia auch mit. Mama und Papa freuen sich immer ganz doll, wenn sie etwas gebasteltes geschenkt bekommen (manchmal können sie gar nicht glauben, dass ich da auch mit geholfen habe).

Ich gerate schon wieder ins schwärmen über meinen Kindergarten, der ist aber auch echt toll, aber ich wollte Euch doch von meinem Tag erzählen, also..

Gegen 9.00 Uhr frühstücken wir in unserer Kindergartengruppe. Danach machen wir die unterschiedlichsten Dinge: draußen spielen, drinnen spielen, basteln, spazieren gehen u.s.w. Um 12.30 Uhr gibt es Mittagessen. Danach spielen wir noch und um 14.00 Uhr bringt mich der Bus nach Hause zu Mama. Gegen 14.40 bin ich dann wieder zu Hause. Einmal in der Woche gehe ich im Kindergarten zur Krankengymnastik und einmal in der Woche zur Logopädin.

Wenn ich nach Hause komme, dann darf ich immer eine wenig fernsehen. Mama meint, dann komme ich mal ein bisschen zur Ruhe. Ich mag sehr gern PETZI und Kleiner König sehen. Allerdings wird der Fernseher nach einer knappen halben Stunde ausgemacht, schaaaade!!!

Am Nachmittag treffen wir uns manchmal mit Freunden und anderen Kindern, allerdings eher selten (vielleicht einmal in der Woche). Ich bin halt nicht so der große „Spielfreund". Es gibt

zu Hause aber auch so tolle Sachen die man machen kann: in meiner Hängematte schaukeln (ich liebe schaukeln), in unserem Bällebad sitzen, Duplostein-Türme auseinander nehmen...

Wenn wir gutes Wetter haben, dann können wir auch im Garten spielen. Dort haben wir ein Kletterturm mit Rutsche, eine Sandkisten, Bobby-Cars (mag ich super gern, werde allerdings langsam zu groß dafür) und Puppenwagen. Ich bin sehr gern draußen, da kann ich mich so toll bewegen. Leider haben Mama und Papa den Garten eingezäunt - SPIELVERDERBER!!!

Egal ob drinnen oder draußen, es gibt noch eine Sache die ich sehr gern mache: meine kleine Schwester ärgern. Man kann Annika super schön in den Haaren ziehen, sie schupsen oder hauen - herrlich. Annika weint dann immer, eine Reaktion die ich immer vorhersagen kann. Papa und Mama schimpfen dann mit mir, oft muss ich auch in mein Zimmer gehen. Aber Annika wehrt sich ja nicht, woher soll ich dann wissen, dass sie das nicht möchte??? Übrigens bin ich da schon ganz schön raffiniert. Ich weiß ganz genau wann ich eine Chance habe Annika zu ärgern und wann Papa und Mama schneller sind als ich. Mama sagt immer, sie kann uns keine 5 Minuten allein lassen...

Aber es gibt noch mehr Beschäftigungen die Mama nicht so gern sieht: Schränke ausräumen!!!
Echt, alles was Spaß macht darf man nicht.

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